Quantencomputing: Sechs Start-up-geführte Konsortien erreichen nächste Förderphase

Mit rund 640 Millionen Euro treibt das BMFTR den Bau fehlerkorrigierter Quantencomputer voran. Sechs Konsortien unter Führung deutscher Start-ups haben die nächste Wettbewerbsphase erreicht, um europäische Schlüsseltechnologien in die Praxis zu bringen.

Mit dem Hardware-Wettbewerb „Quantum Computing Competition“ (QCC) setzt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland die erste große Flaggschiffmaßnahme in der Quantentechnologie um: die Realisierung praxistauglicher Quantencomputer. 

Sechs Konsortien unter Leitung deutscher Start-ups rücken nun in die nächste Wettbewerbsphase vor. Ziel ist es, mindestens zwei leistungsstarke, fehlerkorrigierte Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau bis 2030 zu bauen. Für diese Initiative stellt das BMFTR Fördermittel in Höhe von rund 640 Millionen Euro bereit.

Drei Technologiepfade unter industrieller Führung

Um technologische Spitzenpositionen dauerhaft zu sichern, konzentriert sich die Förderung auf die drei am weitesten fortgeschrittenen Architekturansätze. Für jede der drei führenden Plattformen haben sich jeweils zwei Konsortien unter der Führung eines innovativen Start-ups als Systemintegrator durchgesetzt:

Parallel zur Prozessor- und Fehlerkorrekturentwicklung unterstützt das Programm den Aufbau von Pilotfertigungsinfrastrukturen nach dem Prinzip „From Lab to Fab“, um die Skalierung von Laboraufbauten hin zur industriellen Fertigung zu beschleunigen.

Nächste Schritte

Für die Konsortien steht zeitnah die nächste Überprüfung an: Bis spätestens zum 31. März 2027 müssen sie nachweisen, dass ihre Systeme die technischen Eingangskriterien erfüllen. Dazu zählt unter anderem eine funktionierende Hardware mit mindestens 24 ansteuerbaren Qubits und einer hohen Rechengenauigkeit (Zwei-Qubit-Gatter-Fidelität von mindestens 99,5 Prozent).

Hintergrund

Der Wettbewerb ist ein zentraler Baustein der Hightech Agenda Deutschland (HTAD). Das übergeordnete Ziel ist es, bis 2030 mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer in Deutschland zu betreiben und für Anwender aus Wirtschaft und Forschung nutzbar zu machen. Insgesamt investiert das BMFTR bis einschließlich 2029 rund 2,2 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung von Quantensystemen.